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Teamtypen am Arbeitsplatz

Wie Mitarbeitertypen zur Effektivität von Teams beitragen

Teamtypen am Arbeitsplatz

MagazinBusinessTeamtypen am Arbeitsplatz

🕐 LESEZEIT ≈ 9 min.

Um erfolgreich Projekte umzusetzen, braucht es effiziente, produktive Teams. Allerdings wachsen Teams, in der die Gruppendynamik stimmt, nicht wie Pilze aus dem Boden. Vielmehr müssen sie zusammengestellt werden – aus Personen, die unterschiedliche Fachkenntnisse, Erfahrungen und Eigenschaften mitbringen. In diesem Beitrag klären wir, welche verschiedene Teamtypen es gibt und warum es für erfolgreiches Zusammenarbeiten wichtig ist, die eigene und die Rollen der Kolleg*innen zu kennen.

Was macht ein erfolgreiches Team aus?

Genau diese Frage stellte man sich bei Google und untersuchte über zwei Jahre lang 180 Teams und das Zusammenarbeiten ihrer Mitglieder. Die Studie ergab, dass es fünf Schlüsselfaktoren gibt, die die Effektivität von Teams beeinflussen¹:

  • Verlässlichkeit: Alle Mitglieder im Team können sich darauf verlassen, dass jede*r qualitativ hochwertige Arbeit leistet.
  • Struktur und Klarheit: Alle Teammitglieder kennen die Erwartungen an ihre Arbeit. Ziele sind spezifisch, herausfordernd und erreichbar.
  • Sinnhaftigkeit: Für alle Teammitglieder hat die Arbeit bzw. das Ergebnis der Arbeit eine persönliche Bedeutung, etwa für die finanzielle Sicherheit, zur Unterstützung der Familie oder für die Selbstdarstellung.
  • Auswirkung: Alle im Team sind davon überzeugt sein, dass ihre Arbeit zielführend ist und einen Unterschied macht. Zu sehen, dass sie zu den Zielen der Organisation beiträgt, kann helfen, die Auswirkung zu erkennen.
  • Psychologische Sicherheit: Alle Teammitglieder fühlen sich sicher, um Risiken einzugehen, um Probleme anzusprechen oder um Hilfe zu bitten, ohne Angst zu haben, untergraben oder abgelehnt zu werden.

Ob das Team zusammen im Büro oder vom Homeoffice aus arbeitet, wie groß Teams sind, wie viele Dienstjahre einzelne Teammitglieder mitbringen oder wie anspruchsvoll die gestellte Aufgabe ist – all das hängt nicht mit der Teameffektivität zusammen. Vielmehr stellte sich heraus, dass die wichtigste Dynamik für die erfolgreiche Zusammenarbeit in Teams psychologische Sicherheit ist.² Fühlen sich die Mitarbeitenden sicher, verlassen sie seltener das Unternehmen, sind eher in der Lage die Ideen ihrer Kolleg*innen zu nutzen, machen mehr Umsatz und werden von ihren Führungskräften als effektiv eingestuft.

Mitarbeitertypen am Arbeitsplatz: Teamrollen, die es in jedem Team gibt

In der modernen Arbeitswelt sind zwei wichtige Erkenntnisse längst angekommen:

  1. Für die Effektivität von Teams kommt es nicht nur auf Fachwissen und Berufserfahrung, sondern auch auf individuelle Eigenschaften der Mitarbeitenden an. Arbeiten wir in einem Team, nehmen wir so immer zwei Rollen ein: eine funktionale, die auf unserer Position und unseren Fähigkeiten beruht, und eine psychologische, die von unseren Persönlichkeitsmerkmalen abhängt.
  2. Es gibt unterschiedliche Mitarbeitertypen mit Stärken und Schwächen, die sich – richtig eingesetzt – ergänzen und für eine effiziente Zusammenarbeit sorgen. In erfolgreichen Teams stimmt die Mischung an Teamtypen, denn kreative Energien werden freigesetzt, wenn verschiedene Typen unterschiedliche Impulse und Ideen äußern können.

Blickt man auf Teams und ihre Mitglieder könnten diese nicht unterschiedlicher sein, allerdings gibt es oft vier typische Charaktere, die sich an jedem Arbeitsplatz wiederfinden:

typische teamtypen am arbeitsplatz

  • Die Analytiker: Analysten sind die Nerds im Team, von deren Fachwissen alle anderen im Team profitieren. Ihre gute Beobachtungsgabe hilft ihnen, schnell Neues bis ins kleinste Detail zu erfassen. Analytiker lieben Aufgaben, bei denen ihre Genauigkeit gefragt ist, können aber weniger gut mit zu strikten Deadlines umgehen, weil sie sich schnell in ihrer Detailtreue verlieren.
  • Die Kreativen: Im Team sind die Kreativen diejenigen, die neue, originelle Ideen beisteuern. Ihnen liegt es, komplexe Sachverhalte auf neue, einfache Weise darzustellen, ohne sich in Details zu verlieren. Als Freigeister brauchen sie Freiräume, um ihre Ideen zu entfalten, aber auch Grenzen und Deadlines. Es kann sein, dass sich Kreative schwer tun, wenn ihre Ideen kritisiert oder nicht umgesetzt werden.
  • Die Macher: In Teams gibt es immer auch die Macher, die sehr problem- und lösungsorientiert sind. Sie bringen das Team voran, in dem sie Kritik äußern, Verbesserungsvorschläge anbringen, neue Ideen vorstellen und geeignete Strategien entwickeln. Manchmal tun sich diese Mitarbeitertypen schwer, Prioritäten zu setzen und Aufgaben aus der Hand zu geben.
  • Die Sozialen: Soziale Mitarbeitertypen zeichnen sich durch ihre offene, empathische Art aus, die unter Kolleg*innen beliebt ist. Ihnen ist das soziale Miteinander und die offene Kommunikation im Team wichtig, weshalb sie in zwischenmenschlichen Situationen viele Konflikte lösen. Mehr auf das Wohl der anderen bedacht, verlieren die Sozialen manchmal den Überblick über ihre eigenen Aufgaben.

Teamrollen nach Belbin

In der Teamentwicklung gibt es sogar Modelle, um Teamtypen zu bestimmen. Ein beliebtes Modell ist die Teamrollentheorie des englischen Sozialwissenschaftlers Dr. Meredith Belbin, der bereits in den 1970er-Jahren feststellte, dass es verschiedene Persönlichkeitstypen gibt, die Auswirkungen auf die Teamleistung haben. Abhängig von ihren Eigenschaften verhalten sich Menschen in Gruppen unterschiedlich und nehmen typische Rollen ein. Nach Belbin arbeiten Teams effektiver, wenn schon bei der Zusammenstellung die verschiedenen Rollenytpen berücksichtigt werden.³ Die Teamrollen nach Belbin, bei denen er nach handlungs-, wissen- und kommunikationsorientierten Charaktere unterscheidet, werden noch heute herangezogen, um Teams zu bilden.

  • Der Macher (engl. shaper) ist eine handlungsorientierte Teamrolle. Er ist aktiv, erfolgsorientiert und mutig und treiben so voran, (schnelle) Entscheidungen zu treffen. Macher arbeiten gut unter Druck und bleiben immer professionell und fokussiert. Sie können ungeduldig, autoritär oder arrogant auftreten.
  • Während Macher Entscheidungen vorantreiben, sorgen Umsetzer (engl. implementer) dafür, dass Pläne wirklich in die Tat umgesetzt werden. Sie arbeiten strukturiert, fokussiert und systematisch und setzen sich realistische Ziele, auf die sie konzentriert hinarbeiten. Es gibt Umsetzer, die unflexibel sind und zögerlich reagieren, wenn es um alternative Lösungswege geht. Eher handlungs-, als personenorientiert treffen sie nicht selten egoistische Entscheidungen.
  • In Teams gibt es oft Perfektionisten (engl. completer, finisher), die sehr darauf bedacht sind, Pläne im Detail einzuhalten. Sie zeichnen sich durch ihre zuverlässige, gewissenhafte und sorgfältige Arbeitsweise aus und haben so einen entscheidenden Anteil an der Qualität von Projekten. Die Kehrseite dieser Eigenschaften ist allerdings, dass Perfektionisten manchmal mit Kontrollsucht kämpfen und ungern Aufgaben an andere Teammitglieder abgeben.

  • Zu den wissensorientierten Teamrollen gehören Erfinder (engl. plants). Sie sind fantasiereich, kreativ und wirken inspirierend auf alle anderen Teammitglieder. Eine ihrer besonderen Fähigkeiten ist es, Probleme zu lösen, indem sie querdenken und so alternative, oft unorthodoxe, neue Lösungen finden. Im Weg steht ihnen, dass sie oft gedanklich zu vertieft sind, dabei Details übersehen.
  • Beobachter (engl. monitor, evaluator) zeichnen sich durch ihre analytische, kritische Art aus. Sie haben eine gute Beobachtungsgabe, die ihnen hilft, Ideen und Vorschläge genauestens auf den Prüfstand zu nehmen. Vernünftig, besonnen und gut organisiert, helfen sie im Team bei der Ideenfindung. Angerechnet wird ihnen, dass sie eher zurückhalten, oft nicht sehr begeisterungsfähig sind.
  • Spezialisten (engl. specialists) erkennt man an ihrem detaillierten, umfangreichen Fachwissen, mit dem sie einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Teamarbeit beitragen. Auf ihrem Themengebiet sind sie absolute Profis, oft aber so begeistert von der Thematik, dass sie sich leicht in Details – und damit den Überblick – verlieren.

  • Eine typische kommunikationsorientierte Teamrolle ist der Teamarbeiter (engl. teamworker). Dank seiner einfühlsamen, empathischen und kommunikativen Art versteht er sich mit allen Kolleg*innen und ist auch grundsätzlich um Harmonie im Team bemüht, löst Konflikte und stärkt den Teamgeist.
  • Koordinatoren (engl. coordinator) sind entschlussfreudige Organisationstalente – und damit typischerweise Teamleiter. Mit ihrer ruhigen, selbstsicheren, zielstrebigen Art verbessern sie die Arbeitsstruktur des Teams. Sie erkennen die Stärken der anderen Teammitglieder, fördern sie und sorgen für effiziente Teamarbeit. Nach Belbin delegieren sie aber auch oft Aufgaben, die sie selbst nicht mögen und können als bestimmend oder manipulativ erscheinen.
  • Der Wegbereiter (engl. resource investigator) ist sehr begeisterungsfähig für neue Ideen und Entwicklungen. Im Team funktioniert er als Netzwerker und Weichensteller, greift Vorschläge auf und hilft sie umzusetzen. Probleme hat er damit, auf Dauer Interesse an einer Sache zu zeigen, stattdessen geht seine anfängliche Euphorie schnell verloren.

4 Tipps, wie man ein gutes Team zusammenstellt

Perfektionist, Teamworker, Macher & Co.: Die verschiedenen Teamtypen und ihre Eigenschaften kennen, ist das eine, ein gut funktionierendes Team zusammenzustellen das andere. Unsere vier Praxistipps helfen, die Teamrollen zu erkennen, um für ein effizientes, produktives Zusammenarbeiten zu sorgen:

Bevor es an die eigentliche Teamzusammenstellung geht, sollten sich Führungskräfte die Zeit nehmen, das Team kennenzulernen. Besteht ein Team bereits, sind viele Teamrollen bereits Mitgliedern zugewiesen, sodass man leicht dazu hingerissen wird, die Rollen zu übernehmen. Im Idealfall macht man einen Schritt zurück und fragt sich: Welche Stärken und Schwächen bringen die einzelnen Teammitglieder mit? Einzelgespräche, Persönlichkeitstest oder Selbstbeurteilungen können helfen, Mitarbeitentypen zu erkennen. Auf Grundlage der Persönlichkeitseigenschaften können dann inoffizielle Rollen werden, die auch zur offiziellen Funktion der Teammitglieder passen sollten. Anders gesagt: Wer die Eigenschaften des Koordinators zugeschrieben bekommt, sollte auch im Team als Führungsperson anerkannt werden.

Beim Teambuildung gilt es, die richtigen Teamrollen zusammenzustellen, denn nicht immer müssen alle Rollen besetzt sein. Belbin selbst sagte, eine gute Führungskraft müsse ihre Teammitglieder wie Schauspielende auf einer Bühne betrachten – nicht alle müssen zur gleichen Zeit auf der Bühne stehen.⁴ Besonders in kleinen Teams müssen nicht immer alle neun Teamrollen besetzt sein. Während nicht jedes Team einen Beobachter braucht, sollte man auf einen Koordinator, der unternehmerisch denkt, gut organisieren und Entscheidungen treffen kann, nicht verzichten. Außerdem sollte man eine flache Organisationsstruktur beibehalten. Gibt es zu viele Führungskräfte kann es die Produktivität aufhalten.

Ein ideales Team setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern zusammen, die ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, Hintergründe und Fähigkeiten haben, die sich einander ergänzen. Auf diese Weise kann man für eine breite Wissensbasis sorgen und den Nährboden für neue, innovative Ideen und Arbeitsweisen bilden, die das Zusammenarbeiten einfacher und effektiver machen. In einem sich ergänzenden Team darf man unterschiedlicher Meinung sein und miteinander diskutieren – auf eine konstruktive und lösungsorientierte Weise.

In der Theorie gut, in der Praxis verbesserungsbedürftig? Auch bei der besten Teamzusammenstellung können sich Probleme ergeben. Einflussfaktoren, die die Zusammenarbeit aufhalten, können die Aufgabe, die Umgebung oder das Verhalten der Teammitglieder sein, die sich auch erst mit der Zeit ergeben und verändern können. Im Team sollte eine positive Grundstimmung herrschen, deshalb solltet Ihr Euch bei Problemen zusammensetzen. Fragt Euch gemeinsam: Was fehlt uns als Team? Gibt es bestimmte Teamrollen, die gebraucht werden? Ergänzen wir uns gut? Können Teammitglieder auch in eher ungewohnte Rollen schlüpfen? Zusammen auf Fehlersuche zu gehen, stärkt Aspekte, die wichtig für die Teameffektivität sind – ganz besonders die psychologische Stabilität.

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Quellen:

¹ re:Work: The five keys to a successful Google team, zuletzt aufgerufen am 06.09.2022.

² re:Work: Identify dynamics of effective teams, in: Guide: Understand team effectiveness, zuletzt aufgerufen am 06.09.2022.

³ ⁴ Belbin: The Nine Belbin Team Roles, zuletzt aufgerufen am 06.09.2022.

Bilder von Yan Krukov und fauxels (bearbeitet) via Pexels. Grafiken von notionpic2 via Canva Pro.